3.000,00 USD pro Tag durch Domainparking

15. März, 2009 von · 4 Kommentare 

Der 3.000,00 USD am Tag Domainer erklärt auf seiner Webseite, wie man mit ccTLDs Geld im Domainparking verdienen kann. Er zeigt auf der Seite einen Screenshot seines SedoPro Domainparking Accounts, auf dem man sieht, wie er über 3.000 USD pro Tag verdient. Dabei führt er an, dass die gegenständlichen Domains zu 99,9% mit der Hand registriert worden sind und es sich um natürlichen Type-In Traffic handelt. Alle Domains wurden 2004 registriert. Der Screenshot stammt aus September/Oktober 2008.

Die Domain hat einen Whois-Schutz eingestellt. Fakt oder Marketinggag zum Datamining?

Wie kriegt man mehr Besucher und Klicks auf geparkte Domains?

13. März, 2009 von · 3 Kommentare 

Eine der häufig gestellten Fragen in Domainforen ist:

Ich habe die Domain abcdxyz.de geparkt, aber ich kriege keine Besucher. Daher kann ich auch nichts verdienen. Gibt es eine Möglichkeit die Besucheranzahl im Domainparking zu erhöhen? Wie kann ich die Domain am besten bewerben?

Die kurze aber harte Antwort ist: Gar nicht!

Warum ist das so? Ein Blick in die AGB von Sedo (andere Parkingunternehmen wie Namedrive haben ähnliche Regelungen) bringt Klarheit:

7.7. Verdacht auf „Fake Traffic“ oder sonstige Überbezahlung und Konsequenzen

Unter „fake traffic“ ist zu verstehen, dass der Besucherstrom auf den Domainnamen und/oder die Klicks auf die geschalteten Werbebanner bzw. Werbelinks nicht auf natürlichem Wege, d.h. durch das Eintippen des geparkten Domainnamens in einen Internetbrowser durch Internetnutzer, die nichts mit dem den Parking-Service nutzenden Kunden zu tun haben (Type-In Traffic), zustande gekommen sind. Unter „fake traffic“ fällt auch, wenn der Kunde andere Personen durch Werbung oder sonst dazu anstiftet, den von ihm geparkte Domainnamen anzusteuern.

Einfach erklärt kann man sagen, dass alles, was man zur aktiven Bewerbung der Domain macht, nachdem man diese geparkt hat, unnatürlicher Traffic ist.

Verboten ist:
– Jedwede neue Verlinkung der Parkingseite, insbesondere das wilde Posten der Domain in Foren, Gästebüchern und Blogkommentaren
– Die Aufforderung dritter Personen, die Domain aufzurufen (oder noch schlimmer auch darauf zu klicken)
– Werbeanzeigen oder Adwords für die geparkte Domain (mit Link auf die Parkingseite) zu schalten (= Arbitrage)

Arbitrage war eine Zeit lang von einigen Parkingunternehmen geduldet worden, bis Google und Yahoo diese Möglichkeit offiziell verboten haben. Arbitrage ist (einfach erklärt) das Ausnutzen von Preisunterschieden zwischen Adwords und Adsense. Hier wurde darauf spekuliert, dass die Besucher, die man über Adwords oder Yahoo Search Marketing bekommt, weniger kosten, als sie im Rahmen des Domainparkings (oder Adsense for Content) erwirtschaften. Man investiert also beispielsweise 0,05 Euro, um 0,10 Euro umzusetzen. Arbitrage Traffic war aber im Großen und Ganzen minderwertiger Traffic, der den Werbetreibenden im Parkingnetzwerk keine oder sehr wenig Abschlüsse beschert hatte.

Aber warum ist man so streng? Hier gilt es den Werbetreibenden (= die Person, deren Adwords-Anzeigen später auf den Parkingseiten als Adsense landen) zu schützen. Der Adwords-Kunde ist der Ausgangspunkt für die komplette Verwertungskette des Domainparkings. Er bezahlt Google, das Parkingunternehmen und die Parkingumsätze der Domainer gleichermaßen durch seine Adwords-Anzeigen. Verliert er den Glauben in diese Werbeform, weil er im Gegenzug durch die Anzeigen keine Konversionen (= Interessenten oder Kunden für seine Produkte oder Dienstleistungen) bekommt, dann schadet das dem gesamten System bis runter zum Domainer.
Dem Klickbetrug ist also berechtigtermaßen mit harten Mitteln Einhalt zu gebieten, denn er schadet uns Allen.

Welcher Traffic ist denn aber nun für das Domainparking erlaubt?
Einfach gesagt: Natürlicher Traffic, also Besucher, welche die Domain von sich aus aufrufen würden.

Erlaubt sind:
Alte Verlinkungen aus einem ehemaligen Projekt (= sog. Expired Traffic)
Alte, noch bestehende Seiten der Domain in den SERPs oder Ergebnisseiten der Suchmaschinen
– Besucher, die die Domain über die Browserleiste oben im Browser direkt über die Tastatur eingeben (= Type-In Traffic)

Ganz Hartnäckige erwidern dann:

Ja aber das ist unfair, dann kann ich über Domainparking gar nichts verdienen, was soll denn das?

Nicht jede Domain ist im Domainparking gut aufgehoben, manche Domains sollten besser projektiert werden, um so organischen Traffic über die Suchmaschinen zu bekommen. Die Domains hingegen, die aufgrund ihrer Qualität über Type-In Traffic verfügen, werden auch im Domainparking Umsätze erwirtschaften.

Eine Übersicht über das Domainparking findet sich hier.

Wie Domainfrust zur Vendetta gegen Domainparking führt

9. März, 2009 von · Kommentar hinterlassen 

Vor ein paar Tagen habe ich über ein Addon des Browsers Firefox berichtet, das geparkte Domains blockiert. Ich habe doch den einen oder anderen Gedanken daran verschwendet, mir auszumalen, was jemand in Gottes Namen dazu bringt, Geld, Zeit und Arbeit in die Entwicklung eines derart destruktiven Tools zu stecken.

Dann ist mir die Hauptdomain der Entwickler aufgefallen, die zu ihrer Suchmaschine gehört:

duckduckgo.com

Ich glaube, ich wäre auch extrem frustriert, wenn alle meine wunderbaren Ideen, wie ich meine tolle Suchmaschine doch nennen könnte, ins Nirvana der geparkten Domains führen würden. Wenn dann also nur noch eine Domain wie “duckduckgo.com” übrig bleibt, dann wäre ich auch scheiße drauf nicht glücklich und würde mir Gedanken machen, wie ich es den “pöhsen” Domainparkern doch heimzahlen könnte.

Firefox gegen Domainparking?

6. März, 2009 von · 1 Kommentar 

Ein neues Addon des Browsers Firefox blockiert geparkte Domains auf Browserebene bereits beim ersten Ansurfen. Den Benutzern des Addons wird beim Aufruf einer geparkten Domain eine Warnung gezeigt mit der Meldung:

Blocked by Duck Duck Go Toolbar – GeparkteDomain.tld is probably a waste of your time
(Blockiert bei Duck Duck Go Toolbar – GeparkteDomain.tld ist wahrscheinlich reine Zeitverschwendung)

Der User hat dann die Möglichkeit auf die vorher angesurfte Seite zurückzugehen, die Seite trotzdem zu besuchen oder nach etwas anderem zu suchen. Da dies den Großteil der arglosen Surfer davon abhält, die geparkten Seiten zu besuchen, ist wohl sicher. Dem Inhaber der geparkten Domain geht so wertvoller TypeIn Traffic und damit Umsatz verloren. Da der Verkaufswert von Domains oft anhand der TypeIns und der Einnahmen bemessen wird, schädigt diese Entwicklung nicht nur das Domainparking, sondern langfristig auch den Wert generischer TypeIn Domains.

Sollte sich so etwas durchsetzen, dann ist das sicher eine Bedrohung für das Domainparking. Dies ist eines der Szenarios, die die Domainwirtschaft nachhaltig beeinträchtigen könnten. Die zugrunde liegende Motivation ist aber nicht neu. Immer wieder kommen Argumente auf, dass das “Horten” von Domains prinzipiell “schlecht” und “böse” sei, da man ja “legitime” Interessenten abhalte, die Domain zu entwickeln und “besser” zu nutzen. Der Domainparker nutze die Domain ja überhaupt nicht richtig, sie sei ja “nur” geparkt. Auch die Entwickler des Addons haben eine ähnliche Einstellung. Auf der Webseite der Entwickler heisst es:

Hi, my name is Fang. My friend Sheriff and I are making a list of parked domains and are developing tools to use it.
Why, you ask? Needless to say, parked domains suck! We started this project to help reduce this suckage.
(Hallo mein Name ist Reißzahn. Mein Freund Sheriff und ich machen eine Liste geparkter Domains und entwickeln Werkzeuge um diese zu benutzen. Du fragst, warum? Natürlich weil geparkte Domains zum kotzen sind! Wir haben dieses Projekt gestartet, um dabei zu helfen diesen Mist zu reduzieren.)

Diese Entwicklung sollte natürlich kritisch beobachtet werden. Laut Wikipedia wurde für Firefox am 02. März 2009 ein Marktanteil von 24,8 Prozent in Deutschland ermittelt. Golem.de ermittelte im Februar 2009 sogar eine Verbreitung von 61 Prozent, wobei hier festgestellt werden muss, dass sich Golem.de primär an „professionelle Computeranwender“ richtet. Das “professionelle Anwender” eine Parkingseite auch ohne das AddOn erkennen und sofort wegklicken würden ist nur ein ein schwacher Trost, da diese Profis ja auch als valider TypeIn-Besucher gewertet werden würden und somit auch ohne Klick auf die Anzeigen den Wert von generischen Domains rein durch den Besuch steigern. Mann kann zwar davon ausgehen, dass der 08/15 User, der in der Regel eine Parkingseite nicht als das erkennt, was sie ist, weder Firefox benutzt, noch auf die Idee kommt, dieses Addon zu installieren, jedoch ist das nicht wirklich beruhigend. In der Regel installieren Netzwerk-Admins großer Unternehmen solche Dinge für alle Arbeitnehmer, so dass dann zumindest das ansurfen geparkter Seiten während der Arbeitszeit entfällt.

Das Addon, das zur Suchmaschine duckduckgo.com gehört, hat nach eigener Aussage derzeit mehr als 42 Millionen “nutzloser” Webseiten gespeichert und zur Blockierung ausgeschrieben. Was passiert eigentlich, wenn die Domain doch schlussendlich projektiert wird? Ist die Domain jetzt für immer auf der “schwarzen Liste” und somit geblockt? Gibts dafür einen “Reinclusion Request” wie bei Google, und wenn ja, wen interessiert das überhaupt?

Das Addon hat auch noch einen weiteren “Nutzen”. Sollte sich ein Benutzer einmal vertippen und statt twitter.com twiter.com eingeben, so wird er umgehend gewarnt und gefragt, ob er nicht eher “Twitter.com” gemeint hat. Ob dies auch für generische Typos so “funktioniert” ist noch zweifelhaft, aber die Entwicklung spricht eine eindeutige Sprache.

Was sollten Domainer nun angesichts dieser Entwicklung tun? Geparkte Domains schnell jetzt noch verkaufen, solange die Parkingeinnahmen als Wertmaßstab noch akzeptabel sind (meine E-Mail steht im Impressum ;-))? Panische Bestrebungen anstrengen, alle Domains nun schnell “irgendwie” zu entwickeln? Auf Florist umschulen?
Nichts dergleichen! Die Projektierung der eigenen Domains ist zwar meiner Ansicht nach der Weg in die richtige Richtung, aber schlecht projektierte Domains schaden eher als dass sie nutzen. Wichtig ist, dass man die sich derzeit andeutenden Entwicklungen nicht ignoriert und sich langsam aber sicher neu ausrichtet. In der Domain-Projektierung liegt die Zukunft, und sei es auch nur ein gut gemachtes Miniprojekt.