Textbroker – ein Erfahrungsbericht

Vor ein paar Tagen hatte ich über das Thema Texte, bzw. Texterstellung für die Mini-Seite geschrieben. Nachdem ich zahlreiche Texte bei Textbroker in Auftrag gegeben habe folgt nun mein Erfahrungsbericht:

Insgesamt habe ich 43 Texte aus 7 verschiedenen Themenbereichen in Auftrag gegeben. Davon habe ich 6 Texte nicht akzeptiert und zur Überarbeitung zurückgegeben. Von den zurückgegebenen Texten wurden zwei überarbeitet und der Rest wieder freigegeben, so dass sich ein neuer Texter deren annehmen konnte. Von den bemängelten Texten wurden 3 Texte aufgrund dessen beanstandet, weil sie teilweise abgeschrieben waren. Auch bei der Überarbeitung eines der abgeschriebenen Texte, wurde wieder abgeschrieben, mit der Folge, dass ich diesen Text endgültig nicht akzeptiert und dem Autor storniert habe. Jetzt muss Textbroker prüfen, ob der Text rechtmäßig von mir storniert wurde oder nicht. Im letzten Fall würde mir Textbroker die Textgebühr von meinem Textbroker-internen Konto abbuchen und ich müsste den Text akzeptieren. Nach kurzem Warten war es auch genau so geschehen. Obwohl mir eine Übereinstimmung von knapp 10% angezeigt wird (Anzahl kopierter Worte: 29 Worte), musste ich den Text akzeptieren. Ein Vergleich mit den plagiierten Seiten ergab, dass der Autor bei mehr als 2 aufeinanderfolgenden Sätzen (entspricht etwa einem Absatz) jeweils ein Wort ausgetauscht hatte. Das Abschreiben über mehrere Zeilen war also nachvollziehbar. Nach einer weiteren Beschwerde bekam ich von Textbroker die Kosten des Textes erstattet. Die Passagen des Textes habe ich schließlich selbst überarbeitet.

Man sollte jeden Text sowohl über Copyscape.com, als auch über das Textbroker eigene Tool Uncover prüfen. Zudem wird bei der zur Prüfung durch den Auftraggeber eingeordneten Texte bei Textbroker selbst ein Feld von Copyscape angezeigt und überprüft, wie viele Treffer darüber erzielt worden sind.

Leider kann man die Autoren bei der Auftragseinstellung nicht danach ausfiltern lassen, wie viele Texte nicht abgeschlossen worden sind, sondern nur nach der Stornoquote. Diese Stornoquote ist aber wenig hilfreich, wenn der Autor nach einer Monierung den Text einfach wieder freigibt, und somit kein Storno erfolgen kann. So könnten schwarze Schafe unter den Textern einfach viele Texte, die teilweise abgeschrieben sind, an Auftraggeber schicken und im Falle einer Entdeckung der Plagiate, den Auftrag einfach wieder frei geben. Eine gewisse Anzahl der Auftraggeber könnte den Hinweis von Copyscape übersehen und nicht jeder macht sie die Mühe und sucht nach Plagiaten. So hilft es den Auftraggebern nur weiter, die schwarzen Schafe sofort nach Monierung auf die Blacklist zu setzen, so dass diese keine Aufträge des Auftraggebers mehr annehmen können.

Jeder neue Autor steigt sofort in der Stufe 3 ein. Die Autorensuche von Textbroker zeigt derzeit mehr als 1.000 Autoren der Stufe 3 an. Die Stufe 2 ist für Autoren, die wohl schon zu schlechte Bewertungen erhalten haben und runter gestuft worden sind (derzeit 162). Auf Stufe 4 befinden sich auch mehr als 1.000 Autoren und die Stufe 5 weist 44 Autoren auf. Ich denke ich werde meine Meinung revidieren, und in Zukunft ausschließlich die Stufe 4 wählen.

Nach Abgabe der Texte durch den Autor hat der Aufraggeber 3 Tage Zeit, diese zu überprüfen. Nach Ablauf dieser Zeit werden die Texte automatisch als akzeptiert eingestuft und die Vergütung für die Texte wird fällig. Leider zeigt die Übersicht im Textbroker Backend nicht an, wann der Text zur Prüfung übermittelt worden ist. So kann man vor allem bei zahlreichen Textaufträgen schon mal durcheinander kommen, welcher Text vorrangig zu prüfen ist. Hilfreich wäre es auch, den Ablauf der Frist an zu zueigen. Derzeit kann man nur anhand der Email feststellen, wann ein Text zur Überprüfung freigegeben worden ist und muss den Fristablauf selbst berechnen, was sehr umständlich ist.

Die vorgegebene Bearbeitungszeit von beispielsweise 3 Tage ist auch immer nur relativ zu betrachten. So kann es passieren, dass der erste Autor die Deadline nicht einhält und der Auftrag automatisch wieder freigegeben wird. Somit sind 3 Tage ohne Ergebnis vergangen. Der neue Autor hat natürlich wieder 3 Tage Bearbeitungszeit. Diese Problematik gilt es vor allem dann zu beachten, wenn man die Texte zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt. Derzeit habe ich 2 Texte seit 5 Tagen ohne jede Reaktion im Status „in Bearbeitung“ stehen. Die von mir vorgegebene Zeit war 3 Tage.

Alles in allem bin ich mit Textbroker jedoch zufrieden. Der Preis ist erheblich günstiger, als bei hauptberuflichen Textern, so dass man Einschnitte wie oben beschreiben schon mal hinnehmen kann. Man sollte die Texte aber in jedem Fall überprüfen und Plagiate nicht annehmen. Die Texte wurde teilweise auch schon Stunden nach der Einstellung des Auftrages erledigt, mitunter in sehr guter Qualität.

Wer also viele Texte schnell und günstig braucht, für den ist Textbroker durchaus zu empfehlen.

Kommentare

2 Kommentare zu “Textbroker – ein Erfahrungsbericht”
  1. Leon sagt:

    Danke für die Erfahrung… werde mich gleich da anmelden.

  2. HB sagt:

    Interessanter Bericht. Hier spricht die Gegenseite – ich verdiene mir mit möglichst 1 Artikel pro Tag einen Stundenlohn von 2.50 bis 4.50 Euro. Überflüssig zu sagen, dass sich das nur lohnt, weil ich gerne schreibe. Wenn ich für alle Fachtexte auf meinen Homepages oder in Portalen so viel bekommen hätte, würde es vermutlich schon für eine Urlaubsreise reichen.

    Plagiate schreibe ich nicht, wobei ich zugegeben bei einer anderen Agentur als Textbroker Knall auf Fall wegen eines Plagiatsvorwurfes selber gekündigt hatte – ich habe in einem Firmenportrait ein paar Worte Wichtiges aus deren Geschäftsbericht zitiert. (Bevor ich überhaupt einen der gar nicht so seltenen Aufträge für eine Firmenbeschreibung annehme, rufe ich mir das Impressum von deren Website und, wenn ich das Glück habe, eine GmbH zu erwischen, den letzten Geschäftsbericht im Elektronischen Bundesanzeiger auf, es gibt nämlich auch unerfüllbare Aufgaben – in diesem Falle Firmen, die gar nicht existieren). Nun, seitdem vermeide ich sogar kurze Zitate aus Dokumenten, die ausdrücklich zur Information veröffentlicht sind.

    Mich reizt bei Textbroker die Vielzahl der Themen bzw. die Möglichkeit, etwas daraus auswählen zu können. Ich schreibe gerne, ich bin aber nach einem längeren Berufsweg, drei Abschlüssen, einem langjährigen Gewerbe in einer anderen Richtung und mit einigen „Inselbegabungen“ oder Spezialinteressen wahrscheinlich auf ein paar wenigen Gebieten für eine Anzahl Themen besonders qualifiziert. Andere nehme ich an, auch wenn sie einen erheblichen Rechercheaufwand verursachen. Der rechnerische Stundenlohn geht dann gegen Null, aber ich habe beim Sich-Einlesen und beim Schreiben einen Heidenspaß gehabt.

    Die 3-Tage-Frist ist übrigens der Grund, warum ich nur über Textbroker arbeite, auch wenn ich natürlich schon öfter neugierig meine Texte über eine Plagiatsprüfung bei Textguard.de gesucht und auch den Abnehmer gefunden habe. Einer der Endkunden war ein Blogsystem, das auch direkte Aufträge ähnlich wie Textbroker vergibt und von der Zahlungsmoral und den Fristen her war das Ergebnis schon beim ersten Auftrag katastrophal. 4-Euro-Aufträge vergeben, für eine Auszahlung 50 Euro angesammeltes Guthaben zur Bedingung machen und meine zwei Arbeiten jedesmal erst auf wiederholte Nachfrage nach Wochen überhaupt als „angenommen“ im Portal kennzeichnen, da kam Misstrauen auf – zu Recht: nachdem ich, wie bei den Recherchen für Firmenportraits, mal kurz in den Geschäftsbericht des Auftraggebers eingestiegen bin und festgestellt hatte, daß der Laden seit Jahren mit Minderkapital (ausgeglichen durch Gesellschafterdarlehen mit Rangrücktritt) und Verlust arbeitet, wusste ich auch, warum.

    Es gibt noch andere Portale für Autoren. Ich habe sie durchprobiert, aber irgendwie bin ich von jedem einzelnen wieder abgekommen – Textbroker ist der einzige, der in meinen Augen einen „fairen“ Ausgleich zwischen Abnehmer und Texter schafft.
    Als Beispiel sei nur genannt, dass Textbroker auch für den Autor über den Auftraggeber die Storno-Quote einsehbar macht. Vielleicht ist es ungerecht, pauschal zu handeln, aber ich sehe mir die als allererstes an und wenn diese auch nur in die Nähe der Ein-Prozent-Region kommt, ist es ein Leichtes, Ärger zu vermeiden und auf den nächsten Auftrag(-geber) zu warten. Für den es dann auch wieder Spaß macht, einen besonders guten Artikel zu schreiben.