Denic gibt Stellungnahme zu bedrohten .de Premium Domains ab: Kein Anlass zur Sorge – Domains lediglich nicht mehr übertragbar…

Aufgrund meines Artikels zur Bedrohung von Premium Domains durch eine Änderung in den Denic-AGB hat domain-recht.de das Thema aufgegriffen und Rücksprache mit Stefan Welzel, dem Chefsyndikus der Denic eG gehalten. Man kann den Artikel von domain-recht.de in etwa so zusammen fassen: Anlass zur Sorge besteht nicht – betroffene Premium Domains sind lediglich nicht mehr übertragbar.

Das ist aber genau das, was ich in meinem Artikel angesprochen und kritisiert habe! Anlass zur Sorge besteht nicht?! Fast schon zynisch diese Aussage! Auch wenn man zunächst versucht um den heißen Brei herum zu reden, indem man erklärt, dass die Denic die betroffenen Domains dem Domaininhaber aus Gründen des Vertrauensschutzes belässt (dieser Punkt stand zwar nicht zur Diskussion, aber danke für die Aufklärung) so ändert das nichts an der Tatsache, dass die Domains nicht mehr übertragbar sind. Die Denic macht nochmals klar: Eine Domain, die einer TLD entspricht (z.B.: web.de – .web) ist nicht mehr übertragbar (§ 6 Abs. 1 der DENIC-Domainbedingungen). Natürlich ist die Domain dann auch in ihrem Bestand bedroht, da sie nicht mehr auf Erben oder andere Rechtsnachfolger wie Firmen übertragen werden kann. Somit ist die Domain spätestens mit dem Ableben des Domaininhabers der Löschung ausgesetzt.

Wie ich damals schon vermutet habe, sagt Herr Welzel sinngemäß eine Domain sei übertragbar, weil es die Denic dem Domaininhaber erlaubt sie zu übertragen. Dieses Recht könne jederzeit wieder genommen werden. Die Denic stellt sich hier auf den Standpunkt, dass sie ja der Vertragspartner des Domaininhabers sei und wenn der Inhaber (also ihr Vertragspartner) wechselt, sie dann ein Mitspracherecht habe. Im Falle der betroffenen Domains stimmt die Denic einem Inhaberwechsel eben nicht zu.

Diese Rechtsansicht und die Regelung in den AGB halte ich für rechtlich angreifbar. Was mich jedoch mehr erschreckt ist die Selbstverständlichkeit mit der die Sache behandelt wird (von der Denic und domain-recht.de). Domains, die schätzungsweise einen hohen sechsstelligen Betrag wert sind, werden einfach so für jede Übertragung gesperrt. Dies hat selbstverständlich gravierende Auswirkungen auf das Vertrauen, das der deutschen ccTLD .de entgegengebracht wird. Wenn man sich nicht mehr sicher sein kann, dass eine Domain einen weitreichenden Bestandsschutz auch für Rechtsnachfolger hat, dann wird dieses Vertrauen natürlich erschüttert. Ich erwarte von der Denic, dass hier nicht still und heimlich durch eine AGB-Änderung das Problem unter den Teppich gekehrt wird, sondern, dass ein offener Diskurs stattfindet, der auch die Interessen der Domaininhaber berücksichtig. Und nein – zu sagen, dass der aktuelle Inhaber Vertrauensschutz genießt, ist keine Lösung, sondern faktische eine „Enteignung“ durch die Hintertür.

Traffic ccTLDs – für 290,00 Euro nach Amsterdam

Rick Latona bietet ab heute für den deutschen Domainmarkt eine Finanzierungshilfe an, um an der Traffic ccTLDs in Amsterdam teilnehmen zu können. Der reguläre Preis für ein Ticket zur Traffic ccTLDs beträgt 1.995,00 USD (~ 1.506,88 Euro). Mit der Finanzierungshilfe beläuft sich der Eintrittspreis auf 290,00 Euro, eine Ersparnis von über 1.200,00 Euro. Damit soll auch Domainern, deren Umsätze sich noch in Grenzen halten, die Möglichkeit gegeben werden, an der Traffic ccTLDs in Amsterdam teilzunehmen. Sollte man allerdings zu den gut verdienden Domainern gehören, dann ist man angehalten, den vollen Preis zu bezahlen.

Die Traffic ccTLDs in Amsterdam hat den Schwerpunkt auf Länderdomains wie .de, .co.uk oder auch .es gesetzt. Dabei soll auf den Wert der Country Code Top Level Domains eingegangen und Wege aufgezeigt werden, wie man mit ihnen profitabel arbeiten kann. Die Namen der Vortragenden können sich sehen lassen. Sabine Dolderer, die Vorstandsvorsitzende der DENIC eG, wird mit Vertretern von NIC.at, Nominet und SIDN die Seminarreihe einleiten und über die aktuellen Entwicklungen der jeweiligen ccTLD zu sprechen.
Wie man als Domainer seinen Domainbestand am besten verwaltet und die Eigenheiten der jeweiligen Registry meistert, darüber geben Nico Zeifang und Hennie Groot Lipman neben Rick Latona selbst in einer weiteren Seminarveranstaltung Auskunft. Aber auch die Domainprojektierung kommt nicht zu kurz. Neben SEO und Marketing wird auch auf die Monetarisierung eingegangen. Natürlich darf auch das Rechtliche nicht fehlen und so kann man die Veteranen im Domainrecht, John Berryhill und Paul Keating, in einem auf die rechtlichen Eigenheiten der ccTLDs zugeschnittenen Seminar antreffen. Ich selbst hatte das Vergnügen 2007 beim Domainfest Amsterdam neben den beiden einen Vortrag zum Thema Domainrecht zu halten und denke, dass dieses Seminar in rechtlicher Hinsicht keine Wünsche offen lassen wird. Desweiteren wird Ron Jackson der Betreiber des renommierten DNJournal.com über die aktuellen Trends im Domainmarkt berichten.
Aber auch das Kulinarische wird nicht zu kurz kommen. Am Abend nach den Seminaren finden zunächst kleine Führungen durch Amsterdam statt, die schließlich in landestypischen Restaurants wie dem d’Vijff Vlieghen enden, wo der hungrige Domainer aus zahlreichen niederländischen Spezialitäten wählen kann. Aber auch für die Feier danach ist gesorgt. Am letzten Abend wird die Party auf einem Eventschiff statt finden.

Insgesamt läuft die Konferenz über drei Tage, länger als andere Konferenzen. Da dürfen natürlich auch Domainauktionen nicht fehlen. Insgesamt finden drei Auktionen statt, die Ihren Höhepunkt in einer Premiumauktion am letzten Tag finden. Gerne hätte ich hier ein paar ausgewählte Leckerbissen genannt, die versteigert werden, jedoch wurden mir noch keine Domains mitgeteilt. Ich denke, man wird die gewohnt hohe Qualität, die man von den anderen Traffic Veranstaltungen kennt, auch hier finden.

Ich denke, man sollte sich die Möglichkeit nicht entgehen lassen, die Traffic ccTLDs in Amsterdam für 290,00 Euro zu besuchen (sofern man unter die Anforderungen fällt).

ccTLDs in Afrika – immer noch ein Abenteuer!

Inspiriert durch Gerald von Trixi.com bin ich auf diesen Artikel gestoßen, der beschreibt, dass die meisten der afrikanischen Länder ihre ccTLDs immer noch nicht selbst verwalten. Nur insgesamt 10 Länder in Afrika haben selbst die Kontrolle über ihre ccTLD. So wird beispielsweise die Länderdomain von Ruanda (.rw) von einem in der Schweiz lebenden Belgier verwaltet. Die Verwaltung der Länderdomain von Mauritius (.mu) hat ihren Sitz in Kalifornien, USA und liegt nicht bei der Regierung des Inselstaates. Obwohl viele Regierungen Afrikas mittlerweile einen Antrag auf Rückzuweisung der Verwaltung ihrer ccTLD bei der ICANN gestellt haben, wird diesen Anträgen nur zögerlich stattgegeben.

Die ICANN bemängelt vor allem, dass viele afrikanische Staaten immer noch nicht die technische Kapazität haben, ihre ccTLD selbst zu verwalten. Vielen fehlt es an Servern und geschultem Fachpersonal. Auch muss sichergestellt sein, dass die Domains nach dem Wechsel der Verwaltung der ccTLD nicht verloren gehen oder unberechtigterweise den Inhaber wechseln. Vor allem die Kommunikation mit den jeweiligen Regierungen stellt sich aufgrund der oft instabilen politischen Lage als schwierig dar. So hat der für die ccTLD zuständige Ministerposten eines Landes während des Antragsprozesses 15-mal gewechselt, wobei jeder neue Minister andere Ansichten hatte und teils widersprüchliche Anweisungen gab.

Afrika bietet viele Chancen bei seinen ccTLDs, nicht nur bei offensichtlichen Typo-Varianten von .com wie .cm (Kamerun). Hier kann man in den nächsten Jahren gut beobachten, wie ein ganzer Kontinent ins Internetzeitalter geführt wird.