ccTLDs in Afrika – immer noch ein Abenteuer!

Inspiriert durch Gerald von Trixi.com bin ich auf diesen Artikel gestoßen, der beschreibt, dass die meisten der afrikanischen Länder ihre ccTLDs immer noch nicht selbst verwalten. Nur insgesamt 10 Länder in Afrika haben selbst die Kontrolle über ihre ccTLD. So wird beispielsweise die Länderdomain von Ruanda (.rw) von einem in der Schweiz lebenden Belgier verwaltet. Die Verwaltung der Länderdomain von Mauritius (.mu) hat ihren Sitz in Kalifornien, USA und liegt nicht bei der Regierung des Inselstaates. Obwohl viele Regierungen Afrikas mittlerweile einen Antrag auf Rückzuweisung der Verwaltung ihrer ccTLD bei der ICANN gestellt haben, wird diesen Anträgen nur zögerlich stattgegeben.

Die ICANN bemängelt vor allem, dass viele afrikanische Staaten immer noch nicht die technische Kapazität haben, ihre ccTLD selbst zu verwalten. Vielen fehlt es an Servern und geschultem Fachpersonal. Auch muss sichergestellt sein, dass die Domains nach dem Wechsel der Verwaltung der ccTLD nicht verloren gehen oder unberechtigterweise den Inhaber wechseln. Vor allem die Kommunikation mit den jeweiligen Regierungen stellt sich aufgrund der oft instabilen politischen Lage als schwierig dar. So hat der für die ccTLD zuständige Ministerposten eines Landes während des Antragsprozesses 15-mal gewechselt, wobei jeder neue Minister andere Ansichten hatte und teils widersprüchliche Anweisungen gab.

Afrika bietet viele Chancen bei seinen ccTLDs, nicht nur bei offensichtlichen Typo-Varianten von .com wie .cm (Kamerun). Hier kann man in den nächsten Jahren gut beobachten, wie ein ganzer Kontinent ins Internetzeitalter geführt wird.

Sind neue gTLDs sinnvoll? – Ist clownpenis.fart die Zukunft?

Gestern hatte ich im Zuge der Einführung der gTLD .eco kurz über den Sinn oder Unsinn von neuen gTLDs gesprochen. Heute will ich dieses Thema etwas vertiefen.

Tim Schumacher von Sedo hatte während einer Diskussion auf der Domainpulse („Einführung neuer Top Level Domains – Was kommt auf uns zu?“) ein Video als Untermauerung seiner These angeführt, dass es keine neuen Alternativen zu den bereits erfolgreich bestehenden TLDs geben wird. Das Video ist auf Englisch und hat eine fiktive Investmentfirma zum Gegenstand, die es verschlafen hat, eine passende Domain für sich zu registrieren. Schlussendlich muss man sich mit einer letztklassigen Domain abfinden und damit in einem teuer produzierten Fernsehspot (=das gegenständliche Video) werben. Die im Video gezeigte Domain ist:

clownpenis.fart

Das ist natürlich eine bewußte Übertreibung, die bei dem Rest der Diskussionsrunde zu einigen hochgezogenen Augenbrauen geführt hatte, meiner Meinung aber in der Sache absolut richtig ist. Christian Mülller von Strato meinte zu Anfang der Diskussion, dass es dem Enduser total egal ist, welche Endung er registriert, Hauptsache die SLD stimmt. Das ist, mit Verlaub, kompletter Unsinn und genau das stupide Mantra werbewirksame Versprechen, dass uns die Registrare ständig glauben machen wollen.

Meiner Ansicht nach wird die überwiegende Masse der neuen gTLDs sang- und klanglos wieder von der Bildfläche verschwinden. Vielleicht schafft es die eine oder andere gTLD eine gewisse Bekanntheit zu erlangen, aber das wars dann auch.
Sollte man denn als Domaininvestor nun in diese gTLDs investieren? Nein, ich denke es ist sinnvoller eine zweit- oder drittklassige Domain unter den „großen“ TLDs zu kaufen, als eine erstklassige Domain unter den neuen gTLDs zu registrieren. Zumal es ja oft nicht mit dem Registrieren im Landrush getan ist. Viele Registries (siehe .mobi und .asia) blocken die Top-Domains zunächst im Vorfeld und versteigern sie dann an den Höchstbietenden. So kann es hier richtig teuer werden, wenn man sich verspekuliert, und die neue TLD in ein paar Wochen Monaten Jahren wirtschaftlich immer noch völlig unbedeutend ist.

Green-Domains – kann .eco die Erderwärmung stoppen?

Green-IT ist ja gerade auf der CeBIT in aller Munde. Kommen jetzt auch die grünen Domains?

Im Zuge der Einführung neuer gTLDs formiert sich eine Initiative zur Einführung der GenericTopLevelDomain .eco, mit dem Ziel den Umweltschutz zu finanzieren. Daher soll der Erlös der Registrierungsgebühren verschiedenen wissenschaftlichen Umweltprojekten zugute kommen. DotEco wurde Ende 2008 gegründet und plant Ende 2009 den Antrag für die neue gTLD .eco bei der ICANN einzureichen. Das Vorhaben wird von dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore unterstützt.

Obwohl ich die Einführungen neuer TLDs wie .himmel, .ruhrpott oder .leberwurst unsinnig finde kritisch betrachte, ist DotEco mal eine spannende Sache. Ich für meinen Teil halte Spenden zwar für sinnvoller, aber ein wenig mehr „grün“ im Domainbusiness kann nicht schaden.

ICANN hatte im Sommer 2008 in Paris beschlossen, neue generische Top Level Domains zuzulassen. Somit steht jedem, das nötige Kleingeld vorausgesetzt, die Einführung seiner Lieblings-gTLD offen. Alleine die Anfangsgebühren, die vollständig einbezahlt werden müssen, damit die ICANN den Antrag überhaupt prüft, belaufen sich auf USD 185.000,00. Diese Gebühr ist unabhängig vom Erfolg des Antrags zu entrichten. Nur in Ausnahmefällen, wie der Rücknahme des Antrages am Anfang des Prüfverfahrens, sollen Teile dieser Gebühr zurückerstattet werden können. Diese Gebühr dient dazu, den Einführungsprozeß der neuen gTLDs zu finanzieren.

Interessanterweise wurde auf der diesjährigen Domainpulse in Dresden die Frage in den Raum geworfen, wer die neuen gTLDs sinnvoll, gleichgültig oder sinnlos findet. Dabei haben sich hauptsächlich die anwesenden Registrare für die Einführung der neuen gTLDs ausgesprochen. Ist ja auch logisch, egal wie schlecht eine neue TLD auch immer sein mag, es finden sich immer wieder unwissende Neulinge mit zu viel Geld Investoren, die ihr Geld in die neuen TLDs stecken (siehe .mobi, .asia, etc.). Dabei stirbt die Hoffnung übernacht Millionär zu werden eine gute Geldanlage gefunden zu haben zuletzt. Die Registrare machen dabei ihren Umsatz durch die Registrierungsgebühren ohne großes Risiko so oder so, egal ob sich die neuen TLDs durchsetzen oder nicht.