Rick Schwartz ist ein Name, den man im Domainbusiness oft hört. Rick ist der Gründer und Betreiber der TRAFFIC Konferenz und ein early bird im Domaingeschäft. Wie viele andere Domainer interessiert es mich auch, wie Rick angefangen hat. Seine historische Selbstdarstellung auf ERealEstate.com ist inzwischen wieder erreichbar und ergänzt den Blick auf seine frühen Jahre ganz gut.
Dort beschreibt Rick Schwartz, dass er seine erste Domain am 26. Dezember 1995 gekauft hat. Im April 1996 ging er dann mit zwei Firmendomains online, die zu seiner Vanity-800-Nummer passten. Zunächst war das kein großes Medienprojekt, sondern ganz pragmatisch ein neues Verkaufstool: Kunden konnten nun direkt online durch den Katalog geführt werden, statt nur Unterlagen per Post zu erhalten.
Spannend ist auch die Vorgeschichte vor den Domains. Schwartz kam aus dem Möbelgeschäft, war seit 1973 im Einzelhandel und ab 1975 im Großhandel aktiv, reiste jahrelang durch die USA und baute später aus dem Homeoffice ein nationales Produktgeschäft auf. Nach seiner eigenen Darstellung wurde dieses Heimgeschäft 1998 für einen siebenstelligen Betrag verkauft. Das erklärt, warum er Mitte der neunziger Jahre überhaupt die finanziellen Mittel und die unternehmerische Routine hatte, um früh und aggressiv in Domains zu investieren.
Als er die Wirkung guter Domains erkannte, wollte er zunächst in 100 Namen investieren. Aus dieser Idee wurde schnell mehr: Laut seiner Darstellung hatte er bis November 1996 bereits mehrere hundert Domains. Zwei Gruppen waren damals besonders wichtig: Domains, die auf klassische Business-Seiten zeigten, und Domains, die über Partnerprogramme im Adult-Bereich monetarisiert wurden. Dort stiegen die taeglichen Erlöse nach eigener Schilderung von zunächst 25 US-Dollar über 50 und 100 US-Dollar bis auf rund 500 US-Dollar pro Tag im Frühjahr 1997.
Auch die bekannten Käufe aus der Frühzeit werden auf der Seite greifbarer. Der oft zitierte Kauf von ass.com für 12.500 US-Dollar war für Schwartz vor allem deshalb nervenaufreibend, weil das Geld vorab nach Deutschland überwiesen werden musste. Als eigentlichen Durchbruch schildert er aber den Kauf von porno.com für 42.000 US-Dollar, den er als damals spektakulären Preis einordnet. Kurz danach folgte mit men.com für 15.000 US-Dollar ein weiterer langfristig bedeutender Zukauf.
Bemerkenswert ist auch sein Blick auf den Stand Ende 1999: Nach eigener Darstellung hielt er zu diesem Zeitpunkt rund 3.000 Domains, etwa 300 davon erzeugten bereits 90 Prozent der laufenden Erlöse, und seine Seiten erzielten zusammen mehr als 110.000 taegliche Besucher auf den Indexseiten. Die Zahlen stammen natürlich aus seiner eigenen Selbstdarstellung, sind aber ein gutes Zeitdokument für das Selbstverständnis der frühen Domaininvestoren.
My next buy was a three letter domain (ass.com) that cost me $12,500.
Insgesamt ist die Seite nicht nur im typischen Rick-Schwartz-Stil geschrieben, sondern auch deshalb interessant, weil sie sehr deutlich zeigt, wie eng bei ihm Unternehmertum, Direktmarketing, Traffic-Denken und Domainkauf von Anfang an zusammenliefen.